Archiv der Kategorie: Snjall

Ins Gerede geraten

troll-imadeWEB-1Ónytjungur: „Sag mir, Kommunikationsfreund, zähltest du all jene Sätze zusammen, die du in deinem Leben jemals gehört hattest, wie viele davon wären solche, auf die du bis zu jenem Augenblick vergeblich hofftest, und wie viele waren solche nicht?“

Tilvera: „Nun, es waren wenige von der ersten Sorte, und die zweite Sorte zu zählen wäre etwas zu viel verlangt.“

Ónytjungur: „Was vermutest du, ergeht es nur dir so, oder auch allen anderen?“

Tilvera: „Ein Mensch kann nur über sich selbst reden, bei anderen ist er auf Vermutungen angewiesen. Ich vermute, dass es jedem Menschen so ergehe.“

Ónytjungur: „Erkläre mir dann, wozu die Menschen dann so viel reden.“

Tilvera: „In all diesen Kontexten ist entscheidend, was von wem gesagt werde.“

Ónytjungur: „Ist es nicht so, dass sich besser vor Leuten zu hüten wäre, die einem Fragen stellten, zu denen sie sich bereits eine Meinung gebildet haben, die sie demnach bloß bestätigt haben möchten? Oder mittels derer sie einem unbewusst Ablehnung entlocken wollen, um damit ihre eigene Überzeugung zu stützen?“

Tilvera: „Der Mensch ist des Menschen Lust, so wird erzählt.“

Ónytjungur: „Auch wenn die Verbindung mit solchen Menschen fruchtlos?“

Tilvera: „Nun, der eine sucht Bestätigung, ein anderer Anerkennung, ein weiterer erstrebt Nützlichkeit …“

Ónytjungur: „Und wenn keine Bestätigung angestrebt, Anerkennung nicht nachgefragt, da ohnehin nur von falscher Seite gezollt, und wenn auf Nutzen nur noch erkannt, sofern dieser entweder unentgeltlich erhältlich oder billig, oder in Form einer eingeforderten Bestätigung oder Abweisung, die zu gewähren wäre? Ist es dann nicht so, dass sich einem dann solches Sein zeige, welches übrig bliebe? Welcher Art wäre dann ein solches?“

Tilvera: „Da bin ich überfragt, denn mir ist solches Sein unbekannt. Zudem ist deine Frage rein theoretischer Natur.“

Ónytjungur: „Zeige mir einen Menschen, der der Worte voll ist, und ich zeige dir einen Träumer. Zeige mir einen Menschen, der stumm bleibt, und ich zeige dir einen Krüppel, der bereits mehr gehört als ihm zuträglich.“

Tilvera: „Was sein Gutes hat. Denn so möglich es auch sein mag, einen Satz herausarbeiten zu können, der geeignet wäre, die eine oder andere vorhandene Grausamkeit abzustellen, so sicher ist es auch, dass der Verfasser von Glück reden könne, wenn der Satz überhört oder abgelehnt werde. Bleibt ihm dieses Glück versagt, geriete der Satz nur in solche Hände, die ihn erfolgreich für niedrige Beweggründe zu nutzen wissen, ihn hierfür missbrauchen, ihn zur Befriedigung eigener Bedürfnisse zweckentfremden, unter dem Vorwand, ihn erfüllen zu wollen. Solche Sätze erleiden entweder das eine oder das andere Schicksal.“

Ónytjungur: „Was erklärte, dass die Anzahl jener, die sich bei ihrem Vorhaben auf eine hinlänglich bekannte Person berufen, immer erst dann exponentiell anschwillt, wenn die betreffende Person sich zu diesem Gebaren nicht mehr äußern könne.”

Tilvera: „Es macht Sinn, zu lesen, was jene einst selbst aussagten, so dieses überhaupt möglich.“

Ónytjungur: „In aller Regel führt dies dazu, dass dabei festgestellt werde, dass sich nur deshalb gerne auf jene Person berufen wird, damit verschleiert, dass deren einstiger Wille konterkariert werden solle. Ist da nicht in einem Selbstgespräch mehr Nutzen auffindbar?“

Tilvera: „Gibt es unverfängliche Formen des Selbstgespräches?“

Ónytjungur: „War ein Gedicht oder eine Erzählung jemals etwas anderes als das Resultat eines ausgiebigen Selbstgesprächs? Es entstehen dabei zum Beispiel solche Sätze: Während ich von einem langen Gedicht geschrieben werde. Ist es nicht so, dass so mancher Mensch von einem langen Gedicht geschrieben werde, allerdings noch keiner auf die Idee kam, es ihm mitzuteilen?“

Tilvera: „Ich bin kein Dichter. Was Voraussetzung wäre, um deine Frage beantworten zu können. Außerdem gibt es sicherlich auch noch andere sinnvolle Beweggründe, um nicht ins Selbstgespräch fallen zu müssen.“

Ónytjungur: „Als da wären?“

Tilvera: „Nun, es könnte zum Beispiel sein, dass das Gewissen einen hierzu dränge, der innere Gerichtshof. Erzwungen von der Pflicht des Menschen gegen sich selbst, als dem angeborenen Richter über sich selbst.“

Ónytjungur: „Du überrascht mich. Du bist der Ansicht, dem Menschen sei ein Richter über sich selbst angeboren, der ihn zu einer Pflicht gegen sich selbst zwinge?“

Tilvera: „Um dies zu verstehen, müsstest du erst verstehen, was Philosophie ist.“

Ónytjungur: „Nun, du sagtest, dass du kein Dichter bist, und es ist Aufrichtigkeit mit Aufrichtigkeit zu vergelten. Ich muss dir daher eingestehen, dass ich weder Dichter noch Philosoph bin.“

Tilvera: „Ist dir kein Richter über dich selbst angeboren, der dich zu einer Pflicht gegen dich selbst zwinge?“

Ónytjungur: „Woher sollte ich das wissen? Verhält es sich nicht so, dass „Natur“ durch das Wort „Gewissen“ ersetzt wurde, es demnach kein Naturrecht gebe, nicht natürliches und unnatürliches Sein, sondern nur gewissenhaftes und gewissenloses?“

Tilvera: „Dem Naturrecht waren Grenzen aufzuzeigen.“

Ónytjungur: „Nun, das erklärte, dass bei all vorhandener neu entstandener Gewissenhaftigkeit der Gewissenloseste der erfolgreichste ist.“

Tilvera: „Es wird behauptet, im modernen Gewissensbegriff sei die Individualität und Nichtübereinstimmung normativer Entwürfe institutionalisiert worden, dabei wären jene Mechanismen außen vor geblieben, die für soziale Anpassung sorgten.“

Ónytjungur: „Und was ist soziale Anpassung?“

Tilvera: „Unter sozialer Anpassung wird die Einordnung des Individuums in die Rollenstrukturen und das Normengefüge der Gesellschaft und gesellschaftlicher Gruppen verstanden.“

Ónytjungur: „Und was habe ich mir unter Rollenstrukturen und Normengefüge der Gesellschaft vorzustellen?“

Tilvera: „Zum Beispiel, dass du dich heute dem technikzentrierten Leitbild unterwerfen …“

Ónytjungur: „Und was wird durch ein technikzentriertes Leitbild ermöglicht?“

Tilvera: „Engineering.“

Ónytjungur: „Und was ist Engineering?“

Tilvera: „Die Anwendung von Ingenieurslogik.“

Ónytjungur: „Wurde beim ersten bemannten Flug ins All von den Amerikanern nicht ein Stift entwickelt, der auch in der Schwerelosigkeit nicht auslaufen konnte? Die Entwicklung soll sage und schreibe eine Million Dollar verschlungen haben.“

Tilvera:Intelligenz ist nun mal nicht billig.“

Ónytjungur: „Und war nicht davon zu lesen, dass andere das Problem mit einem Bleistift lösten? Wie viel kostet ein Bleistift?“

Die wissenschaftsbasierte Informationsgesellschaft

troll-imadeWEB-1Tilvera: „Es gibt in der Demokratie keine Ohnmacht. Die menschliche Macht kann von Menschen gebrochen werden, durch den Aufstand des Gewissens, durch die Zivilgesellschaft.“

Ónytjungur: „Will der Mensch nichts sagen, bedient er sich nichtssagender Begriffe. Und da kennzeichnendes Merkmal von Gesellschaften deren Vorliebe für Geschwätz ist …“

Tilvera: „Ich habe keine nichtssagenden Begriffe verwendet.“

Ónytjungur: „Interessant. Und was habe ich mir beim Gebrauch der Worte Demokratie, Gewissen und Zivilgesellschaft vorzustellen?“

Tilvera: „Demokratie ist die Herrschaft des Volkes, Zivilgesellschaft ist die wissenschaftsbasierte Informationsgesellschaft, und das Gewissen wird als eine besondere Instanz im menschlichen Bewusstsein angesehen, die bestimmt, wie man urteilen solle.“

Ónytjungur: „Und du glaubst, deine Aussage wird besser, indem du weitere nichtssagende Begriffe hinzufügst? Und ist Gewissen nicht das Gefühl der inneren Ruhe oder Unruhe, das in das Bewusstsein tritt, wenn eine vorgehabte, begangene oder unterlassene Tat im Einklang oder Widerspruch zu einem moralischen Grundsatz steht, der für denjenigen verbindlich ist?“

Tilvera: „Ich hatte immer noch keine nichtssagenden Begriffe verwendet.“

Ónytjungur: „Interessant. Und was habe ich mir beim Gebrauch der Worte wissenschaftsbasierte Informationsgesellschaft und menschlichem Bewusstsein vorzustellen?“

Tilvera: „Natürlich die westliche Zivilgesellschaft.“

Ónytjungur: „Dir ist aufgefallen, dass du dich nun im Kreis bewegst?“

Tilvera: „Weil ich Synonyme verwende?“

Ónytjungur: „Keineswegs. Weil du Behauptung mit Wirklichkeit verwechselst.“

Tilvera: „Und was wäre deiner Ansicht nach dann Wirklichkeit?“

Ónytjungur: „Nun, Wirklichkeit wäre zum Beispiel der Satz von Albert Einstein, dass Wissenschaft ohne Religion lahm ist, und Religion ohne Wissenschaft blind.“

Tilvera: „Und was wäre deiner Ansicht nach dann Behauptung?“

Ónytjungur: „Dass es sich bei der westlichen Zivilgesellschaft um eine wissenschaftsbasierte Informationsgesellschaft handle.“

Tilvera: „Du erzählst mir, dass deine Intelligenz sich noch nicht derart umfangreich entwickelt habe, um den Zusammenhang zwischen der Aussage eines Wissenschaftlers und den Aussagen einer wissenschaftsbasierten Informationsgesellschaft herzustellen?“

Ónytjungur: „In der Tat. Denn eben jene wissenschaftsbasierte Informationsgesellschaft war und ist es, die nicht nur gegen den Willen dieses Wissenschaftlers nukleare Bomben herstellt, vorhält und einsetzt, sondern es darüber hinaus auch noch als völlig normal und legal ansieht, dass sie selbst und jeder andere Mensch auf der Welt von ein paar Scharlatanen jederzeit umgebracht werden dürfe, wann immer es jenen gefiele, und zwar in einem solchen Umfang und Ausmaß, dass diesem gegenüber die Grausamkeiten der Barbaren des Altertums nur jämmerliche Fingerübungen waren. Sofern ich mich recht erinnere, nennen sie es evolutionären Humanismus, an dem die Menschheit genese.“

Tilvera: „Was kein Schaden ist, denn wie ich eingangs schon sagte, gibt es in der Demokratie keine Ohnmacht, da die menschliche Macht von Menschen gebrochen werden könne, durch den Aufstand des Gewissens, durch die Zivilgesellschaft.“

Ónytjungur: „Ist es nicht so, dass der Mensch immer erst genau dann auf eine theoretisch bestehende Möglichkeit hinweist, nachdem er erfolgreich zum Ideologen degenerierte?“

Tilvera: „Du willst abstreiten, dass menschliche Macht von Menschen gebrochen wurde?“

Ónytjungur: „Wo denkst du hin. Aber zu verbreiten, das auslösende Motiv wäre jemals der Aufstand des Gewissens einer Zivilgesellschaft gewesen, dazu bedarf es erst der Fähigkeit, ein Ideologe sein zu können.“

Tilvera: „Und was ist deiner Ansicht nach ein Ideologe?“

Ónytjungur: „Im neutralen Sinne handelt es sich bei einem Ideologen um einen Dummkopf, der das durch eine Schießscharte Dargebotene für eine wichtige Weltanschauung hält.“

Tilvera: „Du vergisst den vorhandenen Intellekt.“

Ónytjungur: „Eben nicht. Denn Intellekt und Wir-Gefühl sind disjunkte Konzepte. Gemeinsam ist beiden, dass ihnen die Abwesenheit des jeweils anderen notwendig.“

Tilvera: „Demokratien werden erst durch Zusammenwirken von Wir-Gefühl und Intellekt möglich.“

HalbierterBaum
In wissenschaftsbasierten Informationsgesellschaften endet Arete spätestens bei einem überhängenden Ast

Ónytjungur: „Nun, das erklärte, aus welchem Grund es in der westlichen Zivilisation sogar nach mehr als zweitausend Jahren immer noch keine einzige Demokratie gibt.“

Tilvera: „Und um welche Gebilde handelte es sich dann deiner Ansicht nach?“

Ónytjungur: „Folge ich wieder dem Wissenschaftler, in diesem Falle dem Stagiriten, der den Begriff Demokratie einführte, dann ist mit dem Wort Demokratie die Herrschaft jener bezeichnet, die von Arete geleitet werden, also von Tapferkeit, Großzügigkeit, Freigebigkeit, Gerechtigkeit und Besonnenheit. Es dürfte auch dir bekannt sein, dass die Grenzen von Tapferkeit, Großzügigkeit, Freigebigkeit, Gerechtigkeit und Besonnenheit keineswegs Landesgrenzen und Grundstücksgrenzen sind, und wirst mir sicherlich hier nicht erzählen wollen, dass unter jenen Gebilden, die du als Demokratien bezeichnest, sich auch nur ein einziges Exemplar befinde, welches sich auf den vom Stagiriten aufgezählten identifizierenden Merkmalen gründe und danach handle.“

Tilvera: „Das nicht, aber was sollten diese Gebilde dann sonst sein?“

Ónytjungur: „Es verhält sich auch hier so wie bei dem Satz von Einstein, und jenem, was die sogenannte wissenschaftsbasierte Informationsgesellschaft in Folge daraus formte. Hier nun ist das Resultat jenes, dass diese Gebilde sich nur deshalb zu gerne als Demokratie ausgeben, um nicht bekennen zu müssen, dass es sich um reine Diktaturen handle. Der Unterschied dieser Gebilde zu einem solchen, das als Diktatur angesehen, zeigt sich einem einzig in der Anzahl der darin agierenden Diktatoren.

Möglicherweise handelt es sich dabei um eine spezielle Form einer anthropologischen Konstanten, die bei wissenschaftsbasierten Informationsgesellschaften auftritt, und die dazu führt, dass der mit Intelligenz ausgestattete Mensch genauso gerne negativ konnotierte Wörter durch positiv konnotierte ersetzt, wie er sich positiv konnotierter Wörter bemächtigt, um durch diese die Wirklichkeit fortgesetzter Schäbigkeit kaschieren zu können. In der erstgenannten Richtung dürfte es wohl unschädlich sein, denn keiner stellte sich bei dem Wort Entsorgungspark etwas anderes vor als eine Mülldeponie. Geschieht solches aber in umgekehrter Richtung, wird es jedoch gefährlich, denn als Ergebnis wäre darüber erzwungen, dass vergessen wird, was mit dem Wort Demokratie  bezeichnet.“

Tilvera: „Das würde bedeuten, dass einer Diktatur nur Demokratie zu nennen brauche, da dies dazu führe, dass keinem mehr möglich sei zu erkennen, was Demokratie ist.“

Ónytjungur: „Dem Diktator ist seine Diktatur stets eine Herrschaft des Volkes.“

Tilvera: „Du vergisst das Wir-Gefühl.“

Ónytjungur: „Du meinst jenes Gebaren, welches darauf ausgerichtet ist, die Leute dazu zu konditionieren, dass sie einen unterstützen? Führt dies am Ende nicht zur Entstehung von so etwas wie einer gesellschaftlichen Gruppe, die das Stammesverhalten verstärkt, aber das Wissen verdummt?“

Tilvera: „Es gibt Schlimmeres.“

Ónytjungur: „Und aus welchem Grund heraus erinnert mich dieses  Argument an das Argument jenes Jungen, der darauf bestand, dass an ihm die Welt zu genesen habe, denn immerhin habe er den Klassenkameraden nur bestohlen, und ihn nicht auch noch verprügelt wie der andere?“

ukThe information society based on science

frLa société de l’information basée sur la science

Bildung, Intelligenz und Zivilisation

troll-imadeWEB-1Tilvera: „Es ist deutlich, dass erst mit der Alphabetisierung die Zivilisation begann. Der Mensch hat Anspruch auf Bildung.“

Ónytjungur: „Welche Alphabetisierung meinst du? Die Lesefähigkeit oder die Verschriftlichung?“

Tilvera: „Setzt Verschriftlichung nicht Lesefähigkeit voraus?“

Ónytjungur: „Wenn ich mich recht entsinne, dann wurde die Alphabetisierung einst von christlichen Missionen vorangetrieben, um den Völkern die Bibel in ihrer eigenen Sprache bringen zu können. Auf diese Weise entstand zum Beispiel die Kyrillische Schrift. Um welches Buch geht es diesmal?“

Tilvera: „Es geht darum, dass der Mensch Anspruch auf Bildung hat.“

Ónytjungur: „Genügte für Bildung nicht bereits das Bild?“

Tilvera: „Um sich ein Bild machen zu können, bedarf es der Intelligenz.“

Ónytjungur: „Was meinst du mit Intelligenz?“

Tilvera: „Es gibt unterschiedliche Ausprägungen von Intelligenz.“

Ónytjungur: „Wer behauptet das?“

Tilvera: „Der Intelligenzquotient.“

Ónytjungur: „Du meinst den Rorschach-Test der Intelligenzforscher?“

Tilvera: „Das ist Wissenschaft. Erst mit der Alphabetisierung ist ein höherer Intelligenzquotient erreichbar.“

Ónytjungur: „Wenn nun Intelligenz messbar geworden ist, und Bildung erst durch Alphabetisierung möglich ist, dann hätte ich da ein paar Fragen, die mich schon längere Zeit beschäftigen, ohne dass ich darauf eine Antwort gefunden hätte.“

Tilvera: „Nur zu, ich höre.“

Ónytjungur: „Wäre ein Analphabet in der Lage, eine komplexe elektronische Maschine herzustellen?“

Tilvera: „Nein.“

Ónytjungur: „Wie sähe die Konstruktion eines Flugzeuges aus, das ein Analphabet konstruiert?“

Tilvera: „Vermutlich wie ein Federkleid, aber wir wissen, dass damit kein Mensch fliegen könnte.“

Ónytjungur: „Dann dürfte er vermutlich auch zu dumm sein, um zu verstehen, was er zu tun habe, um zwei Atomkerne miteinander zu verschmelzen.“

Tilvera: „Wo denkst du hin! Das könnte noch nicht einmal ich, und ich bin sehr belesen. Dazu sind nur solche in der Lage, die einen höheren Intelligenzquotienten haben als ich selbst.“

Ónytjungur: „Und wozu hast du dann lesen gelernt? Damit du lesen kannst, dass andere zwei Atomkerne miteinander verschmelzen können?“

Tilvera: „Zum Beispiel.“

Ónytjungur: „Und davon, dass es Flugkörper gibt, die nur eine halbe Stunde benötigen, um von einer Seite des Erdballs die gegenüberliegende Seite zu erreichen?“

Tilvera: „Das ist eine wichtige Information.“

Ónytjungur: „Wofür?“

Tilvera: „Damit ich weiß, wie viel Zeit mir verbleibt, um noch rechtzeitig Schutz zu suchen.“

Ónytjungur: „Wovor?“

Tilvera: „Vor einer explodierenden Atombombe.“

Ónytjungur: „Du willst mir erzählen, dass mit der Alphabetisierung die Zivilisation begann, und dass ein Mensch Anspruch auf Bildung habe, damit er zum Beispiel noch rechtzeitig Schutz suchen könne vor einer explodierenden Atombombe, welche Menschen auf Grundlage erfolgreicher Alphabetisierung und höherem Intelligenzquotienten als sein eigener erfunden, hergestellt, vorgehalten und eingesetzt haben?“

Tilvera: „Das habe ich so nicht gesagt.“

Ónytjungur: „Aber 70 Jahre nach Hiroshima und Nagasaki läuft es darauf hinaus, oder etwa nicht?“

Tilvera: „Bis jetzt sind sowohl die 1.200 signifikanten Unfälle als auch die pro Woche auftretenden ein, zwei Computeralarme in den Vereinigten Staaten immer gut ausgegangen.“

Ónytjungur: „Und aus welchem Grund erinnert mich das an jenen Dieb, der sich dazu entschloss, in der kommenden Nacht in das nächste Haus einzubrechen, mit der Begründung, die Einbrüche seien bisher immer gut ausgegangen, und er sei dabei noch nie erwischt worden?“

Tilvera: „Weil du ein Dummkopf bist.“

Ónytjungur: „Dann hat es doch was Gutes, ein Dummkopf bleiben zu dürfen. Habe ich dir eigentlich schon davon erzählt, dass die Mutter von Albert Camus nur über einen Wortschatz von 400 Wörtern verfügte?“

Tilvera: „Und was schließt du daraus?“

Ónytjungur: „Dass ein Wortschatz von 40.000 Wörtern nicht zwingend intelligenter mache, sondern nur eloquenter.“

Tilvera: „Du urteilst über Albert Camus?“

Ónytjungur: „Wo denkst du hin! Wenn ich mich richtig erinnere, sprachen wir von Intelligenzforschern, von Menschen, die auf Grundlage erfolgreicher Alphabetisierung und höherem Intelligenzquotienten als der deinige eine Atombombe erfanden, herstellten, vorhalten, und die Absicht haben, diese auch einzusetzen, vom Dieb, der sich dazu entschloss, in der Nacht in das nächste Haus einzubrechen, mit der Begründung, die Einbrüche seien bisher auch immer gut ausgegangen, denn er sei dabei noch nie erwischt worden, und von dir, der du auch noch nach 70 Jahren glaubst, dass mit der Alphabetisierung erst die Zivilisation begann, und daher der Mensch Anspruch auf Bildung habe.“

Tilvera: „Hat er etwa keinen Anspruch darauf?“

Ónytjungur: „Das ist nicht meine Sache. Denn ich kann nur für mich sprechen. Und ich habe mir darüber bereits erfahren was mir notwendig, habe entschieden, doch besser dumm zu bleiben, und lasse mir lieber erzählen; von Menschen, die mein Vertrauen sich verdienten. Gibt es doch keinen Plural zu Intellekt.“

In Gedenken jener Kinder, die im Namen von Zivilisation, Intelligenz und Bildung am 06. und 09. August 1945 verglühten, an den Folgen starben, oder heute noch darunter leiden.

 ukEducation, intelligence and civilisation

frÉducation, intelligence et civilisation

Am Ende von Milliarden Jahren

troll-imadeWEB-1Tilvera: “Ein Dummkopf hat behauptet, seit Milliarden Jahren würde jedes Neugeborene, wo immer und wann immer es auch geboren wurde, über die Fähigkeit verfügen, jede Sprache der Menschen in kürzester Zeit verstehen zu können, ohne jegliche Anleitung von Lehrern oder pädagogisch ausgefeilter Übungsaufgaben.“

Ónytjungur: “Wenn ich nicht irre, so sind menschlicher Logik zufolge nur zwei Möglichkeiten bei Betrachtungen über das Universum vorhanden.“

Tilvera: “Und die wären?“

Ónytjungur: “In der Art, dass es entweder nur das Universum gibt, oder dass es etwas außerhalb des Universums gibt, also etwas, was im Universum nicht enthalten.“

Tilvera: “Mengenlehre. Und?“

Ónytjungur: “Im ersten Fall kann dem Universum nichts entnommen oder hinzugefügt werden, im zweiten Fall bestünde diese Möglichkeit.“

Tilvera: “Und weiter?“

Ónytjungur: “Davon ausgehend, dass der erste Fall zutrifft, muss in diesem Fall zwingend bereits alles im Universum enthalten sein, und zwar über die gesamte Dauer des Universums.“

Tilvera: “Was meinst du mit alles?“

Ónytjungur: “Das Gesamte.“

Tilvera: “Auch den Mensch?“

Ónytjungur: “Die Fähigkeit, diesen aus Vorhandenem zu entwickeln, also das Potential.“

 Tilvera: “Blühender Blödsinn.“

Ónytjungur: “Nun, ich nehme dich zum Beispiel. Du stehst im Augenblick am Ende einer Kette als deren letztes Glied, da du noch kein Kind gezeugt hast. Wenn ich richtig informiert bin, bist du das Ergebnis einer Vereinigung zweier Menschen unterschiedlichen Geschlechts, und ich wage die Vermutung, dass diese beiden Menschen ebenfalls das Ergebnis zweier Menschen unterschiedlichen Geschlechts waren, welche wiederum … soll ich fortfahren? Ich frage nur, denn das könnte dann etwas dauern.“

Tilvera: “Aber der Mensch war nicht immer Mensch, sondern davor Affe, und davor … soll ich fortfahren? Ich frage nur, denn das könnte dann etwas dauern.“

Ónytjungur: “So ist es. Wurde dadurch jene Kette, die ich beschrieb, unterbrochen? Oder verhält es sich so, dass für die ungebrochene Kette nur Abschnitte gewählt, und diesen jeweils ein Bezeichner zugeordnet wurde?“

Tilvera: “Nun, im Zoo kann beobachtet werden, dass auch die Affen …“

Ónytjungur: “Und wie verhält es bei den Reptilien? Ich frage nur für den Fall, sollte ein Abschnitt …“

Tilvera: “Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass ein allgemeiner Grundsatz existiere, dass ein Lebewesen auf der Vereinigung eines vorher lebenden Lebewesens beruhe, auf welche Art und Weise diese Vereinigung auch immer stattfinden mag.“

Ónytjungur: “Auch für Bakterien?“

Tilvera: “Dort durch asexuelle Zellteilung.“

Ónytjungur: “Was aber ebenfalls eine vorher lebende Bakterie voraussetze.“

Tilvera: „Es hat den Anschein. Bakterien können sogar untereinander, auch über Artgrenzen hinweg, Gene austauschen und sogar in ihrer Umgebung vorkommende, auch fossile DNS-Fragmente in ihre eigene DNS einbauen.“

Ónytjungur: “Wir können demnach von einer ununterbrochenen Kette ausgehen, deren Ende du im Augenblick bist?“

Tilvera: „Und vor den Bakterien?“

Ónytjungur: “Ist es nicht so, dass sich Elektronen, Neutronen und Protonen zu Molekülen zusammenfinden, welche die Form, und deren spezifische Zusammensetzung die Fähigkeiten bestimmen?“

Tilvera: „Dann ist alles auf Materie zurückzuführen.“

Ónytjungur: “Ich bin kein Materialist.“

Tilvera: „Dann gibt es nur Bewusstseinsinhalte.“

Ónytjungur: “Ich bin auch kein Idealist.“

Tilvera: „Dann sind also das Physische und das Psychische zwei strikt voneinander getrennte, eigenständig existierende Seinsbereiche.“

Ónytjungur: “Und ein Dualist bin ich schon gar nicht.“

 Tilvera: „Was bist du dann?“

Ónytjungur: “Woher soll ich das wissen. Ich sprach nur vom Potential, also der Fähigkeit zur Entwicklung, von einer ungebrochenen Kette, an deren Ende nun du vor mir stehst, und dass dem Universum nichts hinzugefügt werden könne. Frag jene Leute, die sagen, ich sei damit ein Solipsist.“

 Tilvera: „Ein metaphysischer, ein ethischer, oder ein methodologischer?“

Ónytjungur: “Das werden dir jene beantworten, die mich in diese Schublade einsortieren.“

Tilvera: „Nun, deine Anschauung ist ja ganz drollig, aber hast du auch einen Begriff dafür?“

Ónytjungur: “Es gibt keinen.“

 Tilvera: „Dir ist schon bekannt, dass Begriffe ohne Anschauung leer, und Anschauungen ohne Begriffe blind sind.“

Ónytjungur: “Nicht nur bekannt. Schon vor 900 Jahren beklagte sich einer darüber, dass es nun ein Wort gebe, für das es keine Wirklichkeit gibt, und es früher eine Wirklichkeit war, für die es kein Wort gab.“

Tilvera: „Was willst du mir damit sagen?“

Ónytjungur: “Dass es für diese meine Anschauung keinen Begriff gibt. Es dürfte dir aber nicht leicht fallen, mir nachzuweisen, dass meine Gedanken ohne Inhalt waren.“

ukAt the end of several billion years

frAu bout de plusieurs milliards d’années

Verständnislos

Troll_Illu_1Ein Suchender fragte einst einen alten Mann, was diesem spontan zu Verstand, Vernunft, Wahrnehmung, Brauchbarkeit, Wirklichkeit, Illusion, Glauben, Bildung und Logik einfalle.

Unbenannt-17Der alte Mann lehnte sich wieder zurück an den Baumstamm und murmelte: „Es kann den Menschen tausendmal am Tag eingetrichtert werden, dass sie keineswegs auf einem stillen, ruhigen Fleckchen sitzen, sondern tatsächlich im Augenblick mit unglaublich hoher, schwindelerregender Geschwindigkeit auf eine Sonne zurasen, du kannst es sie vorlesen lassen, auswendig lernen lassen, sie sogar davon überzeugen, dass dem so sei, es wird nichts daran ändern, dass sie tagtäglich felsenfest davon überzeugt bleiben, dass an diesem stillen, ruhigen Fleckchen gerade in aller Beschaulichkeit die Sonne aufgeht.

Soviel zu Verstand, Vernunft, Wahrnehmung, Brauchbarkeit, Wirklichkeit, Illusion, Glauben, Bildung und Logik.“

ukIncomprehensible

frIncompréhensif

isSkilningslaus

Rede laut und deutlich!

troll-imadeWEB-1Rede laut und deutlich?

Seit Milliarden Jahren verfügt jedes Neugeborene, wo immer und wann immer es auch geboren wurde, über die Fähigkeit, jede Sprache der Menschen in kürzester Zeit verstehen zu können, ohne jegliche Anleitung von Lehrern oder pädagogisch ausgefeilter Übungsaufgaben.

Alle jemals Geborenen, wo immer und wann immer sie auch geboren wurden, benötigten unmittelbar nach ihrer Geburt nur 15 Minuten, in denen ihnen Sätze einer Sprache vorgesprochen werden, die sie vorher noch nie hörten, vorgetragen in korrekter Grammatik jener unbekannten Sprache, und bereits nach 15 Minuten erkennt jedes Neugeborene, wo immer und wann immer es auch geboren wurde, jeden nachfolgenden Satz, der in nicht korrekter Grammatik jener unbekannten Sprache formuliert wurde.

Ich nenne diese Fähigkeit wirkmächtiges Begreifen, das zwingend notwendig, denn ohne dieses könne kein vorstellendes Begreifen erzeugt werden, und ohne vorstellendes Begreifen ist der Mensch völlig unfähig, zum Beispiel einen Apfel als Apfel zu erkennen, und würde daher an Hunger sterben.

Ich bitte daher, vertraulich zu behandeln, dass ich eine solche Person bin, welcher mit der Zeit diese Fähigkeit verloren ging, denn ich schäme mich zuzugeben, dass ich nun dümmer bin als ich es zur Zeit meiner Geburt war.

Entwicklung_des_Gehirns
Grundlage vorstellenden Begreifens [entnommen aus “Die Entwicklung des Gehirns und seine Risiken”, Frau. Dr. Kipp, Universität Saarland, 2006]

Die Bedeutung eines Satzes ist dessen Gebrauch. Was voraussetzte, dass das darin Bezeichnete beschrieben sei, also jener Referenzgegenstand, auf den mit dem Bezeichner, dem Wort, Bezug genommen, was zwingend erfordere, dass eine bestimmte Vorstellung damit verbunden werde, und gebe es unterschiedliche Vorstellungen zu dem Referenzgegenstand, so wäre ein Bezeichner geschaffen, dem das darüber Bezeichnete fehle, was die Frage aufwerfe, zu welchem Zweck dann der Bezeichner geschaffen.

ukSpeak loud and clear

frParlez haut et fort

isTala hátt og snjállt